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Freitag, 30. Dezember 2016

Ende Jahr, nicht alles klar, denn draussen klebt der Nebel

Nebel vor der Linse

Kerze erleuchtet die Stube

Photoshop macht alles möglich:

Bildbearbeitung mit Photoshop
Dieses Jahr erleben wir die etwas andere Weihnachten.

Ich bereite am heiligen Abend den Tisch und dann kommt der Besuch, bringt alles mit und bekocht uns vom Feinsten.

Am Weihnachtstag habe ich grosse Hilfe und wir haben eine super Zusammenkunft mit Suppe, Brot, Züpfe, Käse, Trockenfleisch. Zuletzt bleibt kaum noch Platz für das Dessert und die üblichen Süssigkeiten!

Nach Weihnachten fahren wir aufs Niederhorn:

Aussicht vom Niederhorn aus

Und an den Thunersee:

Thunersee bei der Beatenbucht

Nun sind gestern die Letzten abgefahren und ich bin jetzt noch selber unterwegs.

Gümligen, da komm ich her
Ja, und heute fahr ich einfach vorbei, den ich besuche die vergessliche Dame Mina. Sie ist jetzt in einem Ferienbett und wird dort auf einen freien Platz in einer Demenzabteilung in der Nähe ihres Wohnortes abwarten. Hier werden auch die Medikamente optimal eingestellt.

Sie wird jetzt gehegt und gepflegt und sie kann sich mit netten Leuten treffen.

Einmal hat sie mich angerufen und erzählt, sie sei in einer Metzgerei und hätte zwei Schulkolleginnen von früher getroffen. Das hat sie sehr gefreut.









Witz:

Prof. nimmt das Mikro in die Hand;

"Und verstehen sie mich jetzt"

Student:

"Nein, leider nicht, aber wir hören sie jetzt besser"

Sonntag, 11. Dezember 2016

3. Advent mit einer Wochenrückblickssuppe

3. Advent
Der Samichlaus ist gekommen, doch ist er mir entkommen, ohne dass ich ihn gesichtet hätte.

Auch war ich viel mit Mina unterwegs, obschon ich weiss, dass sie sich nicht mehr erinnert, weiss ich, dass sie es geniesst, mit mir unterwegs zu sein und sie fragt jetzt öfters, wann ich sie holen komme.

Auch ruft sie oft an, weil ihr die Tage lange vorkommen und sie die Menschen vermisst.

Die Diagnose ist jetzt draussen, es ist, wie vermutet, die Krankheit, von der jeder hofft, dass es ihn nicht erwischt.

Mina lebt nur noch in der Gegenwart, das Kurzzeitgedächtnis ist praktisch weg.

Die Vergangenheit ist noch stark verankert und ich staune immer, wie sie es schafft, die Leute in ihrer Gegenwart so überzeugend zu beeindrucken, dass sie denken, Mina sei noch total dabei.

Mir gegenüber ist sie sehr dankbar und es freut mich, dass sie mich noch kennt.

Nun gehe ich in die Küche und bereite eine Wochenrückblicksuppe zu.

Dazu gibt es Würstchen und Brot.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Wünsch mir was

Heute wünsch ich mir was und zwar, dass Mina die Weihnachten nicht bei sich daheim alleine verbringen muss.

Aus eins mach zwei


Mina vergisst immer mehr, vor allem vergisst sie auch, dass sie ein paar Abmachungen einhalten sollte, wenn sie noch allein leben möchte.

Gestern erzählte sie mir, dass sie sich gar nicht so auf Weihnachten freue. Warum weiss sie aber nicht.

Sie spürt, dass sie alles gleich wieder vergisst und das macht sie oft wütend und dann schreit sie sehr schnell einfach los.

Nur ist das mit dem Unterbringen in einem Ferienbett gar nicht so einfach.

Bevor sie so eine Betreuung in einer Demenz Wohngruppe in Anspruch nehmen darf, muss zuerst bewiesen werden, dass sie auch Dement ist.

Der einzig Kompetente, der eine Diagnose stellen darf, ist der Arzt und der sieht sie normalerweise nicht lange genug, um sich hier festlegen zu wollen.

Er hat es jedoch so eingefädelt, dass ich nächste Woche mit ihr zu medizinischen Testen gehe und so wird es noch weiter eine Weile dauern.....

Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wünschte ich mir, dass sie Weihnachten schon in einem Ferienbett in betreuter, liebevollen Umgebung verbringen kann.

Der Übergang wird sicher happig sein, doch ein Übergang ist fast ohne Ausnahme immer holprig.



Donnerstag, 29. September 2016

Hin zu mehr Fun, weg von zuviel Mühsal

Nicht jeden Tag sind wir gleich aufgelegt,

manchmal gehen wir mehr weg von.....

und manchmal gehen wir mehr hin zu........

Einige gehen immer hin zu.....

und Andere gehen immer weg von......

Mit Min, der vergesslichen Dame läuft es gut, ab und zu ruft sie an und dann ist sie wieder glücklich allein in ihren 4 Wänden zu sein.



Montag, 30. Mai 2016


Wolken ziehen auf

Samstagsgewitter

Sonntagsspaziergang zwischen Regenschauer

Neugierige Kuh?

Da hatten wir noch einen schönen Samstag mit folgenden Gewittern und einem verregneten Sonntag.

Wir chillten herum und mir war das gar nicht ums kochen.

Super Idee!

Freunde anrufen und in Restaurant zum Sonntagsausklang mit Nachtessen treffen.

Ein gelungener Abend im Innerberg. Übrigens ist dort drei Mal die Woche Tanz für Leute in unserem Alter. Am Donnerstag, Freitag und Samstag Abend. Am Donnerstag um 22.00 Uhr gibt es sogar für alle ein Teller Gratis-Spaghetti.

Nun hat die Woche begonnen. Ich begleitete Mina, die vergessliche Dame zum Arzt und der war gar nicht zufrieden.

Mina hat in 3 Monaten 5 Kilo abgenommen und weiss oft nicht, ob sie schon und was sie gegessen hat.

Nun bekommt sie Spitex und dann schauen sie weiter.



Montag, 18. April 2016

Eine Frage als Trick und wie die meisten darauf reagieren

Frühling mit Aprilwetter




Zum Glück gibt es zwischendurch immer wieder mal Sonne,
Der Hase schaut immer zu




Sandkasten mit Überdachung

Wie stelle ich eine Frage, dass ich erreiche, was ich will?

Auf meiner Heimreise von den Zwillingen warte ich in Bern an der Tramstation. 

Plötzlich spricht mich eine ältere Frau mit kurzen grauen Haaren mit folgenden Worten an: 

"Darf ich Sie etwas fragen?"

Was antworte ich jetzt? Warum nicht, vielleicht will sie einfach eine Auskunft von mir. Also sage ich; 

" Ja, sicher."

Da fragt sich mich, ob ich ihr etwas Geld geben könnte.

Ich bin ganz verdutzt und schlussendlich gebe ich ihr drei Franken, dich ich noch im Mantelsack habe. 

Sie dankt und geht zum nächsten Kandidaten.

Nun kann ich sie beobachten, wie sie noch andere Wartenden belästigt.

Sie geht zu einem Herrn, der wahrscheinlich gestresst von der Arbeit kommt. Vielleicht kennt er den Trick, vielleicht will er einfach mal seine Ruhe, auf alle Fälle schüttelt er genervt den Kopf und sie geht weiter zu den Nächsten.

Diese ältere Dame passt nicht ins Beuteschema einer Bettlerin und kann so sicher zu einem guten Stundenlohn kommen.

Auch denke ich, dass die meisten so reagieren. Sobald wir uns nämlich ins Gespräch einlassen, sind wir mit der Dame schon sehr persönlich und da werden die meisten weich und geben wenigstens das, was sie so griffbereit haben.


Am Freitag besuche ich Mina und sie öffnet mir sofort.

Die Kleider sind noch die gleichen, der Kühlschrank immer noch leer und auch sonst hat sich in der Wohnung nicht viel verändert. Anand der Finanzen sehe ich aben, dass sie sicher auswärts etwas essen gegangen ist. 

Ich kann für sie noch die letzte Angelegenheit erledigtn, damit nun der Beistand auch die Finanzen hat, um ihre Einzahlungen vorzunehmen. 

Sie zieht sich sogar ohne zu murren den Mantel an und kommt mit mir auf die Post um Geld abzuheben. 

Sie geht dann noch Brot und Milch einkaufen und am Schluss begleite ich sie wieder nach Hause. 

Nun habe ich getan, was ich tun konnte und hoffe, dass sie noch etwas in der Wohnung bleiben kann.

Über das Wochenende ruft sie mich zwei mal kurz an. 

Nun weiss ich, dass es ihr gut geht und sie zufrieden ist. 

Zitate:

Wer nicht anfängt, wird nicht fertig.
Wolfgang Peterson (1941),
deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent

Angenehm sind die erledigten Arbeiten.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.),
römischer Redner und Staatsmann




Mittwoch, 13. April 2016

Gemütlicher Rückflug und bald wieder im Alltag

Dubai auf dem Weg zum Flughafen
Gestern besuche ich mit dem neuen Betreuer die ältere vergessliche Dame.

Ich nenne sie einfach mal Mina, obschon das natürlich nicht ihr richtiger Name ist.

Der Betreuer ist jetzt definitiv ihr Beistand und wird von nun an alle ihre Belange in die Hände nehmen.

Er besucht sie jetzt in meinem dabei sein, das zweite Mal.

Ich bin kurz vor dem Herrn da, und um Mina auf den Besuch vorzubereiten.

Sie öffnet etwas verwirrt, wäre am liebsten im Bett geblieben. Sie hat sich dort mit einer Bettflasche eingenistet.

Sie lässt mich aber gerne hinein und nimmt die Tatsache hin, dass noch ein Herr auf Besuch kommt.

In der Wohnung hat sie die Post gut hingelegt und doch ist irgend etwas nicht ganz so in Ordnung.

Sie hat ein Teil ihrer Medikamente im Schrank. Heute sind die Schränke im Wohnzimmer verschlossen und die Schlüssel sind verschwunden.

Ihr Portemonnaie liegt auf dem Salontisch und die Handtasche ist fast leer.

Sie kann sich an nichts erinnern. Sie weiss nicht, warum sie geschlossen hat und wo die Schlüssel sind und wann sie geschlossen hat.

Ich suche dann die Schlüssel des Schrankes überall und finde sie in ihrer Handtasche.

Nun will ich noch sehen, ob sie Proviant im Hause hat. Sie hat viel hartes Brot und der Kühlschrank ist praktisch leer. Einzig Güetzli hat es überall und zwei Schoggistengeli.

Ich habe mich auch für Mina eingesetzt, dass sie jemanden von der Spitex oder sonst woher bekommt, der oder die regelmässig bei ihr reinschaut,

Auch kommt jemand putzen und das klappt anscheinend. Da war ich das erste Mal auch dabei.

Für diese Spitex musste ich extra mit Mina zum Arzt, damit er dafür ein Rezept ausstellen konnte.

Nun habe ich gestern erfahren, dass diese Person der Spitex zu Mina gehen wollte und dass sie von Mina anscheinend unsanft davon gejagt wurde.

Mina will ihre Freiheit und nur ja nicht in ein Altersheim, dafür ist sie sonst eigentlich mit allem einverstanden.

Ich habe jetzt mal geschaut, wieviel sie noch im Portemonnaie hat und werde dann am Freitag wieder reinschauen und so sehen, ob sie eingekauft oder zum essen auswärts gegangen ist.

Kurz vor dem einsteigen

4774 km von Dubai nach Zürich

Am Montag sind wir gut von Dubai heimgekommen, das Wetter in der Schweiz ist herrlich und bleibt so bis heute Mittwoch.

Nun ist es grau und regnerisch......

In den letzten 2 Nächten hat uns unsere Mitze terrorisiert.

Gegen Morgen hat sie mich sogar gebissen, weil ich nicht vor fünf Uhr aufstehen wollte.

der Frühling ist auch schon da...

...doch dann kommt Nebel, dann Regen und Gewitter



Montag, 29. Februar 2016

Wo bleibt der geschenkte Tag?


Eigentlich wollte ich was spezielles, doch was soll's, es ist Montag und den brauch ich. 

Diese Orchidee habe ich von meiner Schwester am Sylvester zum Geburtsstag bekommen. Lange stand sie in einer schönen Ecke, bis eine Besucherin sie dann direkt ans Fenster stellte.

Nun dankt es die Orchidee mit blühen, sie blüht, was das Zeug hält.

Nun bin ich gespannt, wie lange sie hält.

Die vergessliche ältere Dame hat mich heute schon zwei mal angerufen und am Schluss hat sie jedesmal gemeint:

"Es ist doch schön, dass du mich angerufen hast, dann fühle ich mich nicht so allein.

Vielen Dank für deine Zeit!"

Nun ist es endlich soweit, die vergessliche ältere Dame, ich nenne sie mal Mina, bekommt jetzt einen Beistand und ist glücklich, dass es ein Mann und kein Vormund ist.

Auch ist alles andere organisiert, es kommt regelmässig jemand putzen und die Wäsche wird auch abgeholt.

Heute habe ihr auch vorgeschlagen, dass sie sich eine Suppe zubereitet, damit sie dann auch ganz sicher daheim ist, wenn die Putzfrau kommt.

Da wurde sie fast hässig, weil sie doch schon lange nicht mehr kocht.

Sie hat sich aber schnell wieder beruhigt und beim nächsten Anruf am Nachmittag erzählte sie, dass sie im Restaurant gegessen hätte.

Ich fragte dann nicht, was sie bestellt hätte.

Ich wollte nämlich nicht, dass sie wieder hässig wird, weil sie es schon vergessen hat.

Montag, 30. November 2015

Im Westside weihnachtet es sehr


Christmas Tree Westside, Bern

Das passt mir: sobald ich mein Auto im Westside parkiere, befinde ich mich in einer anderen Welt, in einer weihnächtlichen  Welt voller Glitzer und Glamour!

Ich tauche ein, geniesse die Atmosphäre ohne Stress und Hektik.

Später besuche ich die vergessliche Dame, ich nenne sie mal Mina. 

Bislang hat sie mich sehr oft angerufen, weil sie sich einsam fühlt und mit jemandem sprechen möchte. 

Ihre Freundinnen und gute Bekannten leben nicht mehr, es ist still um sie geworden. 

Doch lieber will sie allein sein, als mit alten Leuten zusammen in einem Altersheim.

Für mich wird es jetzt Zeit, mal bei ihr reinzuschauen, denn irgendwie kommt sie mit den Einzahlungen nicht mehr zurecht. 

Was ist zu bezahlen, was sind Spendeaufrufe, was ist nötig, was ist nicht nötig. 

Nun bekommt sie die ersten Betreibungen und weiss nicht genau warum und für was. 

Sie freut sich über meinen Besuch und ist so froh, dass ich ihr helfe.

Gefühlte Stunden später sieht das Wohnzimmer wieder wohnlich aus und die Post ist sortiert. 

Sie darf jetzt alle Pendenzen einer Dame übergeben, die sie erledigen wird. 

Diese Dame ist total geschockt, was sich alles angesammelt hat. 

Nun hoffe ich, dass sich alles einfädelt und die vergessliche Dame noch lange in ihrer Umgebung bleiben kann.